Württembergischer Philatelistenverein Stuttgart 1882 e.V., Stuttgart

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Württembergischer Philatelistenverein Stuttgart 1882 e.V.
Der älteste Briefmarkenverein im Ländle steht seit 1882 in Stuttgart und seit 1965 in Sindelfingen für philatelistische Kompetenz und Unterstützung Historie: 1) Beginn, Wachstum und Zwangspause (1882-1945): Am 24. Juni 1882 gründeten 17 Sammler den Württembergischen Philatelistenverein (WPhV) Stuttgart. Stuttgart war als Residenzstadt mit 176.033 Einwohnern (1880) auch die größte Stadt im damaligen Königreich Württemberg und der WPhV der erste Briefmarkensammlerverein (BSV) im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg. Schon bald wuchs die Zahl der beigetretenen Sammler, so dass rund um Stuttgart verschiedene "Correspondenzvereine" entstanden, die sich - wie beispielsweise die Vereine in Ulm (1883) und Schwäbisch Gmünd (1886) - bis heute zu großen selbständigen Vereinen entwickeln konnten. Auch nach dem Ersten Weltkrieg nahm die Sammlerzahl weiter zu. Da im Dritten Reich alle Vereine in die "Kraft durch Freude (KdF)"-Bewegung integriert wurden, ruhte das Vereinsleben bis nach dem Krieg. 2) Neuanfang und weiteres Wachstum (1947-1983): Erst 1947 ließ die US-Besatzungsmacht wieder ein Vereinsleben zu. Nun fanden sich auch immer mehr Mitglieder um Stuttgart herum, so dass Sammlergruppen (SG) beispielsweise in Bietigheim, Sindelfingen, Waiblingen entstanden. 1972 zählte der WPhV 430 Mitglieder und war damit der drittgrößte Verein im Landesverband Südwestdeutscher BSV e.V. (LSW). In den 1960er und 1970 Jahren gründeten u.a. unsere SG Nürtingen, Bietigheim-Bissingen und Waiblingen ihre eigenen Vereine. Im Sommer 2016 beschloss unsere 1983 gegründete SG Weinstadt einen eigenen vereinsunabhängigen Weg zu gehen, so dass heute unsere 1965 gegründete SG Sindelfingen unsere einzige Tochter ist. In den vielen Jahren seines Bestehens hat der der WPhV auch philatelistische Spuren hinterlassen: So wurden beispielsweise 10 Sonderstempel und 9 Ganzsachen geschaffen. Jedoch sind heute solche sogenannten "Sammlerbelege" bei Philatelisten eher verpönt, da rein nur für Sammler ohne jeglichen postalischen Bedarf hergestellt werden und daher nur selten Interesse bei ernsthaften Philatelisten finden. So finden sich die meisten der einst für teures Geld angeschafften "Sammlerbelege" heute in Kruschtelkisten für ein paar Cents wieder. Der letzte WPhV-Sammlerbeleg wurde im Jahr 1989 anlässlich des 200. Geburtstags von Friedrich Silcher herausgegeben. 3) Stagnation (1984-2005): Geblendet durch die relativ hohe Mitgliederzahl insgesamt, den (scheinbaren) Glanz der Traditionsmarke WPhV, die Erfolge der beiden SG Sindelfingen und Weinstadt und das solide Vereinsvermögen stagnierte seit Mitte der 1980er Jahren das Engagement des WPhV in Stuttgart zunehmend. So zeigte eine im Jahr 2006 vorgenommene Mitgliederanalyse, dass der WPhV im Zeitraum von 1984 bis 2006 lediglich drei (!) neue Mitglieder aus Stuttgart für sich gewinnen konnte. Entsprechend stammten im Jahr 2006 nur noch 19 der 97 WPhV-Mitglieder direkt aus Stuttgart. Bei 592.899 Einwohnern in Stuttgart (30.06.2006) kamen somit 31.205 Stuttgarter auf ein Stuttgarter WPhV-Mitglied, das zudem im Durchschnitt bereits schon 74 Jahre alt war! Selbst die Gründungsväter des WPhV konnten im Jahre 1882 bessere - neudeutsch - benchmarks aufweisen! Dieses Fiasko spiegelte sich auch in der Entwicklung des Stuttgarter Vereinstreffs wider: Von einem einst gut und von weit her besuchten Philatelistentreff in der Liederhalle mit Tauschmöglichkeiten en masse, Vorträgen oder auch Vereinsauktionen entwickelte sich der Vereinstreff über die Jahre zu einem kleinen Senioren-Stammtisch in einer peripher gelegenen Sportler-Gaststätte. Der traditionsreiche WPhV drohte in seiner Geburtsstätte unterzugehen: 4) Zweiter Neuanfang (2006-2014) Auf der Jahreshauptversammlung 2006 wurde allen Mitgliedern bewusst, dass der WPhV unter dem bisherigen Motto "weiter so" seine Existenz riskieren wird. Es zeigte sich ein akuter Handlungsbedarf, um die Stagnation des WPhVs zu beenden und ihn wieder zum Leben zu erwecken werden. Entsprechend wurde die über Jahrzehnte vakante Position des Ersten Vorsitzenden neu besetzt und es konnten auch frische engagierte Mitglieder für weitere Vereinsaufgaben gewonnen werden. Als erste Maßnahmen wurden noch in 2006 ein erster Internet-Auftritt als neue Werbeplattform realisiert (2006-14), die Kinder- und Jugendarbeit an Schulen forciert und die Sammlertreffen über gezielte Pressearbeit beworben Im Jahr 2007 feierte der WPhV seinen 125. Geburtstag und mit 17 Mitgliedern, die sich aktiv engagierten, zeigte sich der WPhV rüstig wie schon lange nicht mehr: Neben der öffentlichen Jubiläumsveranstaltung, auf der Vertreter von Verwaltung und Politik der Landeshauptstadt Stuttgart sowie vom LSW uns ihre Referenz erwiesen, engagierte sich der WPhV auch auf der Sindelfinger Briefmarkenmesse mit einer eigenen Ausstellung, auf welcher Mitglieder ausgewählte Teile ihrer Schätze präsentierten, und auch unsere Vereinschronik in einer eher untypischen Weise anhand seltener und skuriler Belege kurzweilig vorgestellt wurde. Mit dem Schwung aus dem Jubiläumsjahr konnte Ende 2007 in Stuttgart ein neuer Sammlertreff im Muse-O in Stuttgart-Gablenberg für Jedermamm realisiert werden, der von 5-7 Philatelisten zum (Aus-) Tauschen regelmäßig besucht wird, und im Jahr 2013 die Nachwuchsarbeit mit der Jugend mit Gründung einer offiziell bei der Deutschen Philatelistenjugend e.V. (DPhJ) gemeldeten Jugendgruppe, der einzigen in Stuttgart, gekrönt werden. Der Sammlertreff der SG Sindelfingen wird seit jeher von 8-10 Sammlern besucht, die dafür sorgen, dass immer "Briefmarken auf dem Tisch liegen". Seit 2009 ist der WPhV auch wieder mit öffentlichen Werbeausstellungen aktiv: So veranstaltete der WPhV in Kooperation mit dem BSV Freiberg a.N. e.V. im Jahr 2009 anläßlich des 250. Geburtstags von Friedrich Schiller die Wanderausstellung "Sammler ehren Schiller", die auch in der Geburtsstätte von Schiller, in Marbach am Neckar, zu sehen war. Im Jahr 2010 folgte die Wanderausstellung "Da schau hör: Silcher!", die u.a. in Kooperation mit dem BSV Tübingen e.V. auch in der Volksbank Tübingen in einem feierlichen Akt präsentiert wurde. Im Jahr 2011 folgte der Höhepunkt der Ausstellungsaktivitäten: Als Mentor und "Türoffner" konnte der WPhV zusammen mit der international aktiven Motivgruppe Kraftfahrzeuge ArGe im BDPh e.V. (inhaltlich-konzeptionelle Unterstützung) und dem LSW (finanzielle Unterstützung) anläßlich des 125. Geburtstages des Automobils eine international bestückte Spitzensammlung mit 28 Exponaten zum Thema Kraftfahrzeuge in der Kultstätte am Geburtsort des Automobils, im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart-Bad Cannstatt, in einer der meist besuchten Locations in Deutschland, präsentieren. Zwei Mitglieder des WPhV konnten dabei auch Ausstellungssammlungen platzieren: Der langjährige Sammler Siegfried Reck und Rebekka Feifel Pargas, die mit 11 Jahren die einzige Jugendsammlung (Thema "Verkehrssicherheit") in dieser hochkarätigen bestückten Ausstellung beisteuern konnte. Es folgten im Jahr 2014 die Ausstellung "Per Feldpost von der Front: Sende Dir sehnend Grüße..." im Bezirksrathaus Stuttgart-Obertürkheim und im Jahr 2016 die Ansichtskarten-Ausstellung "40 Jahre Weinstadt". Neben diesen Werbeausstellungen veranstaltet der WPhV auch regelmäßig Vorträge zum einen für fortgeschrittene Philatelisten (z.B. "Stadtpost in Tschenstochau während des Ersten Weltkriegs") und zum anderen aber auch für das breite interessierte Publikum (z.B. "Kenner sammeln Württemberg"). 5) Lobbyarbeit für Ortsvereine (seit 2011) Seit 2011 ist der WPhV auch in den sozialen Medien Facebook und Google+ präsent und hat sich seither auch überregional einen Namen als "Wutverein aus dem wilden Süden" gemacht: In der Tradition seiner Gründungsväter versteht sich der WPhV auch als unbestechlicher Vertreter der Interessen von Ortsvereinen innerhalb der organisierten Philatelie. So wurden z.B. verschiedene Aktivitäten des Bund Deutscher Philatelisten e.V. (BDPh) öffentlich kritisch hinterfragt (wie z.B. Werbung für Messebriefe der Deutschen Post AG, die BDPh-Belege-Edition oder die "vereinslosen und damit vereinsschädigenden BDPh-Direktmitgliedschaften"), was auch den BDPh-Präsidenten am 02.12.2014 bewog, die SG Sindelfingen zu einer vielbachteten Informations-und Diskussionsveranstaltung zu besuchen. Nationales und auch internationales Aufsehen erregte der WPhV im Frühjahr 2016, als er zum LSW-Tag am 30.04.2016 einen umstrittenen Antrag zum Austritt des LSW aus dem BDPh stellte. Dieser Antrag wurde begründet mit dem für die Ortsvereine zunehmenden existenzbedrohenden "Mitgliederklau" des BDPh durch die Ausweitung seines zum Teil satzungswidrigen Angebots an Direktmitgliedschaften. Der Antrag, der auch WPhV-intern umstritten war, wurde jedoch vor dem LSW-Tag zurückgezogen, um ihn zum nächsten LSW-Tag 2018 ausgereift zur Abstimmung vorlegen zu können. Dieses in die Öffentlichkeit getragene konstruktiv-kritische Engagement zum Wohl der Ortsvereine und der Sammlerschaft macht sich auch in den Mitgliederzahlen bemerkbar: So war 2013 das erste Jahr seit 1972, in welchem der WPhV wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen konnte. Im Frühjahr 2016 hatte der WPhV 89 Mitglieder, darunter 37 Mitglieder (16 Kinder/Jugendliche, 21 Erwachsene), die seit dem "zweiten Neuanfang 2006" eingetreten sind. Der WPhV sieht sich heute als attraktive philatelistische Heimat für Jedermann gut gerüstet, um die Vereinschronik erfolgreich weiter fortschreiben und so im Jahr 2032 auch sein 150. Vereinsjubiläum feiern zu können ... und dies am liebsten mit Ihnen :-)

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